Entstehung    

Tai Chi Chuan hat verzweigte sehr alte Wurzeln. Eine davon ist die Philosophie des Taoismus. In dessen Hauptwerk, dem Tao te king von Lao tse (ein älterer Zeitgenosse von Konfuzius), wird Tao als ein Urprinzip oder eine Kraft beschrieben, die alle Gegensätze vereint, bzw. alle Manifestationen des Lebens mit allen ihren Gegensätzen hervorbringt, als Mitte aller gegensätzlichen Kräfte aber in sich selbst neutralisiert ist.

Rückkehr ist die Bewegung des Tao.
Schwachheit ist die Wirkung des Tao.
Alle Dinge unter dem Himmel entstehen im Te.
Das Te entsteht im Tao.

Im I Ging, dem Buch der Wandlungen, einem alten chinesischen Buch der Spruchweisheiten, ist die Urpolarität von Yin und Yang aufgegliedert in 8 Trigramme mit der Bedeutung
Schöpferische Kraft Empfangende Kraft
Nachgiebigkeit Spannung
Helle Dunkelheit
Heiterkeit Konzentration
Einige Bewegungen des Tai Chi Chuan beziehen sich auf diese 8 Trigramme, und die gesamte Bewegungsphilosophie von Tai Chi Chuan reflektiert dieses traditionelle symbolistische Wissen von den Polaritäten. Es gibt eine lange Tradition Taoistischer Mönche, die gewisse Atem- und Bewegungsübungen praktizierten.

Der Arzt Hua to in der Periode der drei Reiche (220-265 n.C.) beobachtete die Bewegungen von fünf Tieren (Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Vogel) und schuf ein System von Übungen um die Gesundheit durch Anregung von Kreislauf und Verdauung zu stärken. Somit ist er möglicherweise der früheste Vorläufer von Tai Chi.

Im sechsten Jahrhundert n.C. kam Bodhidharma zum Shao-Lin Kloster und führte dort seine Lohan-Übungen aus 18 Formen ein, als er sah, daß die Mönche wegen zu langer Meditation in sehr schlechter körperlicher Verfassung waren. Daraus entstand eine berühmte Shao-Lin-Tradition als Vorläufer von Kung-fu und anderen Kampf-Künsten der "äußeren Schule". Im 8. Jahrhundert (Tang Dynastie) entwickelten Philosophen wie Hsu Hsuan-p'ing ein 'Langes Kung-fu' mit 37 Formen.

Eine verbreitete Legende zur Entstehung von Tai Chi Chuan lautet, daß Chan San Feng (1279 - 1368), der taoistische Patriarch und Einsiedler im Wu Tan Gebirge, eines Tages einen Kampf zwischen einer Schlange und einem Kranich beobachtete und von der Überlegenheit des Weichen gegenüber dem Harten beeindruckt war. Er entwickelte eine Bewegungsform aus weichen und fließenden Bewegungen.

Es gibt verschiedene Tai Chi Stile: den Cheng-Stil, den Wu-Stil und den Yang-Stil, der an dieser Schule unterrichtet wird. Der Yang-Stil wurde von Meister Yang Lu Chan (1799-1872) begründet, der am kaiserlichen Hof in Peking lehrte und der im Kampf als unbesiegbar galt. Yang Cheng Fu (1883-1936), sein Enkel und Schüler, veröffentlichte Bücher und verbreitete diese Kunst als Mittel zur körperlichen Stärkung. Einer seiner Schüler, Meister Zheng Man Ching (1900-1975) hat die Kurzform des Yang-Stils entwickelt, die an unserer Schule gelehrt wird. Meister Wang, ein Schüler von Meister Zheng Man Ching, ist der Lehrer von Sifu Alan Baklayan.

Yang Lu Chan Yang Chien Hou Yang Cheng Fu Zheng Man Ching Wang Shi Shang