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Was ist Tai Chi Chuan 
Die chinesischen Schriftzeichen für Tai Chi Chuan (oder Tai ji quan) bedeuten die Kraft (Faust)
aus dem höchsten Prinzip oder die Übung im höchsten Prinzip. Tai Chi, das höchste Prinzip, ist in der taoistischen
Lehre "die Mutter von Yin und Yang", dem dualistischen Prinzip zwischen
dem Hellen und dem Dunklen, dem Aktiven und dem Passiven, dem Vollen und dem Leeren.
Von außen betrachtet besteht Tai Chi Chuan aus einer Abfolge von Bewegungen, die solo
und mit Partnern, sehr langsam aber fließend ohne Unterbrechung, entspannt
aber mit konzentrierter Aufmerksamkeit, ausgeführt werden. Beim langsamen Üben
der Form wird der fließende Wechsel und das ständige Gleichgewicht
zwischen "Voll" und "Leer" in den Bewegungen und Gewichtsverlagerungen
aufmerksam wahrgenommen.
Die drei wichtigsten Aspekte des Tai Chi Chuan sind Gesundheit,
Meditation und Selbstverteidigung,
die miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig unterstützen.
Die Bewegungen der Formen sind als Kampfbewegungen entwickelt worden, die zum
Teil Bewegungen verschiedener Tiere nachgeahmt sind. Dabei lagen nach der
taoistischen Philosophie die Prinzipien des Weichen und des Gleichgewichtes
immer zugrunde. In höchster Vollendung kann ein Meister eine Kraft ohne
Kraftanstrengung erreichen, die jeden Angriff neutralisiert.
Durch die regelmäßige Übung der Formen wird der Geist zu einer
entspannt fließenden Ruhe und in ein inneres Gleichgewicht gebracht. Der
ruhige Fluß der Bewegungen belebt den Kreislauf und den Atem und bringt
die körperlichen Energien und Spannungen in ausgeglichene Harmonie.
Gesundheit

Man sagt, Tai Chi Chuan könne 100 Krankheiten heilen. Heute werden hierzu Untersuchungen
in Krankenhäusern und Universitäten in Peking und den USA durchgeführt, doch
jeder, der sich mit Tai Chi Chuan auseinandersetzt, kann die Wirkung selbst spüren: Durch
ständiges bewegtes Entspannen wird der Tonus dort, wo er unnötigerweise noch vorherrscht,
abgebaut und durch die gleichmäßige Beanspruchung des Körpers dort aufgebaut,
wo die Schwächen sind.
Diese Verringerung des Tonus entlastet die Spannungen des Nervensystems, der
Gelenke, und das gesamte körperliche Zusammenspiel wird verbessert.
Das Sinken des ganzen Körpers, verbunden mit einer tiefen Bauchatmung wirkt
auf die inneren Organe und kann deren Funktionen regulieren. Durch das Entspannen
der Muskeln werden alle Blutgefäße entlastet und die Blutzirkulation verbessert.
Durch das Sinken und die Gewichtsverlagerung von einem Bein auf das andere werden
beide gut durchblutet, wird Krampfadern sowie sonstigen Gefäßerkrankungen vorgebeugt
oder ein Heilungseffekt erzielt.
Zusätzlich, zu diesen direkten Einflüssen auf die Physis, wirkt Tai Chi Chuan auch nach
dem Prinzip der chinesischen Medizin, die davon ausgeht, daß die Lebenskraft
Chi in verschiedenen Meridianen fließt und jede Krankheit mit einer Behinderung
oder Stockung dieser Energieströme einhergeht. Darauf basieren Therapien wie
Akupunktur, Moxa, Shiatsu u.ä. Ziel von Tai Chi Chuan ist es, das Chi zum Zirkulieren zu bringen, und alle Übungen sind
darauf ausgerichtet. So kann sich Tai Chi Chuan wie die obigen Therapien wirksam entfalten.
Vor allem kann es sich in der Vorbeugung und Nachbehandlung von Krankheiten
ausgezeichnet bewähren, indem es eine gute Harmonie des Körpers herstellt und
aufrechterhält. Anstelle von Nadeln und Moxa-Kegeln lernt man, mit Tai Chi Chuan die Lebenskraft durch
Bewegung und Atmung zu lenken.
Meditation 
Tai Chi Chuan ist eine Form meditativer Bewegung. In der Konzentration auf den gleichmäßigen Fluss
der Bewegung und das ständig wechselnde Gleichgewicht in der Mitte der Bewegung kann der Geist zu einer lebendigen Ruhe kommen.
Die taoistische Philosophie von der Leere im Zentrum zwischen allen Polaritäten kann in den Bewegungsformen erfahren werden. Das sanfte Wirken ohne Zwang wird körperlich geübt.
Diese innere Ruhe und das Gefühl für das eigene Zentrum kann sich durch langjährige regelmäßige Übung immer mehr in der Person verwurzeln und bis ins alltägliche Leben auswirken.
Jeder Übende kann dabei auf seine eigenen Hindernisse stoßen, auf die persönlich eingegangen werden muß. Die alten Überlieferungen sehen vor, daß jeder seinen eigenen Weg geht.
Das Studium der klassischen Texte unter qualifizierter Leitung wird davon ein umfassendes Verständnis vermitteln.
Selbstverteidigung  
Die Selbstverteidigung ist ein wichtiger Aspekt des Tai Chi Chuan, der jedoch nur als
Funktion und nicht als Ziel angesehen werden sollte. Die Übungen des Tai Chi Chuan
basieren auf dem Prinzip von Feuer und Wasser. Eines davon zu vernachlässigen
oder außer Acht zu lassen, ist nicht möglich. Die Richtigkeit der
Prinzipien drückt sich in der Form aus, und die Richtigkeit der Form findet
ihren Ausdruck in der Funktion.
Im Tai Chi Chuan sind Kampfbewegungen in weich ineinander fließender Abfolge
entwickelt worden. Die Übung dieser Formen kann die Wahrnehmung des Gleichgewichtes
der wechselseitig fließenden Energien fördern. Die Bedeutung der Bewegungen zu kennen hilft
den Fluß der Energien richtig zu verstehen. In der Partnerübung "Push Hands" kann man
die Wahrnehmung und das sensible Antworten auf die Energie des Anderen erproben.
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